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Erotische Romane – Unser Lesetipp: Die Venus im Pelz

Erotische Romane – Unser Lesetipp: Die Venus im Pelz

Nicht nur medizinische und psychologische Aufgeklärtheit kann zu einem besseren Liebesleben führen.

Nein, auch die geistige Stimulation ist maßgeblich, um den Körper in einen erregten Zustand zu versetzten. Nicht umsonst bezeichnet man das Gehirn auch als das wichtigste Geschlechtsorgan des Menschen.

Aus diesem Grund werde ich in der Reihe Erotische Romane - Unser Lesetipp erotische Literatur vorstellen, die nicht unbedingt als Vorlage und Ideal für Ihr zukünftiges Liebesleben dienen soll, sondern als Inspiration Ihre Fantasie beflügeln soll. So können gute Bücher eine gute Grundlage von erotischen Gesprächen sein.

Die Venus im Pelz von Leopold von Sacher-Masoch (1870)

Als erstes Buch habe ich mir den Klassiker Die Venus im Pelz (Link) ausgesucht. Viele werden den Titel aus dem Popsong Venus in Furs von The Velvet Underground  (Link) kennen, in dem Severin „the boot of shiny shiny leather“ küssen soll.

Oder der Name Sacher-Masoch erweckt bei Ihnen die Assoziation mit dem Wort Masochismus. Wenn ja, dann liegen Sie genau richtig. Der Begriff Masochismus ist nämlich nach eben diesem Autor benannt, auf Grund eben unseres Buches. Masochismus ist laut Duden „Variante des sexuellen Erlebens, bei der die volle sexuelle Befriedigung mit dem Erleiden von Demütigung, Schmerz oder Qual einhergeht“ und ist so das Pendant zum Sadismus. In der Ausübung spricht man dann oft von Sadomasochismus.

Venus im Pelz – Porno Literatur?

Wenn Sie nun befürchten, dass es bei Der Venus im Pelz um Lack, Leder und viel grafisch beschriebenen Sex geht, muss ich Sie enttäuschen. Die Novelle erzählt die Geschichte von dem jungen Severin, der sich unsterblich in seine schöne Nachbarin Wanda verliebt. Er sieht in ihr die fleischgewordene Venus, dessen Skulptur er vergöttert. Aber ebenso kalt wie die Statue wünscht sich Severin von Wanda kalt und abweisend behandelt zu werden. Anstatt sie zu heiraten und mit ihr eine Familie zu gründen, bittet Severin darum, ihr Sklave zu sein. Severin liefert sich Ihr bedingungslos aus und entbrennt durch psychischen und körperlichen Schmerz mehr und mehr in Liebe zu ihr.

Der 50 Shades of Grey des 19. Jahrhunderts

Die Novelle wurde 1870 publiziert. Die Thematik der Frau und ihres „kalten“ Wesens kann so aus heutiger Sicht durchaus kritisch gesehen werden. Auf der anderen Seite ist es der Mann, dessen Lust durch eben solche Kälte und Demütigungen entfacht wird und der die Frau erst zu der sadistischen Venus macht.

Sie sehen, das Buch bietet allerhand Stoff zur Diskussion und dazu auch sehr erotische und sinnliche Szenen. Ich empfehle Ihnen, das Buch mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin zu lesen, um sich dann darüber zusammen auszulassen. Sie können sich gegenseitig vorlesen oder parallel lesen. Der Diskurs über die Themen wird aber sicherlich sehr spannend werden.

Bonus-Tipp: Der Venus im Pelz Film

Wenn Sie die Geschichte bereits kennen, kann ich Ihnen den Film Die Venus im Pelz (2013) von Roman Polanski (Link) sehr ans Herz legen. In diesem Kammerspiel wird der Stoff kritisch unter die Lupe genommen, eine sehr gelungene Hommage und das Beste, was eine Literaturverfilmung bieten kann.

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