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Let’s talk about Sex – Wie die richtige Kommunikation Ihre Beziehung retten kann

Let’s talk about Sex – Wie die richtige Kommunikation Ihre Beziehung retten kann

Warum schläft er nicht mehr mit mir? Warum hat meine Frau keinen Orgasmus mehr, wenn wir miteinander schlafen? Sie wird nicht feucht und flutschig – bin ich schuld? Geht sie fremd? Warum kriegt er keinen mehr hoch?
​Das sind häufig gestellte Fragen in Suchmaschinen und Foren. Anstatt sich Rat im Internet zu suchen, stelle ich Ihnen vor, wie die richtige Kommunikation mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin Ihre Beziehung retten und Ihr Sexleben neu erblühen lassen kann.

Verhängnis, fehlende Kommunikation

Die meisten Ängste, Sorgen und Probleme zur Sexualität in der Beziehung könnten durch eine gute Kommunikation der beiden Partner beseitigt werden. Egal wie alt Sie sind, auch oder gerade mit zunehmendem Alter und in einer langen Beziehung gilt auch immer die Faustregel: Eine Beziehung ist nur so gut, wie ihre Kommunikation ist.

Ausreden wie: ‚Wir sind halt ein altes Ehepaar‘ oder ‚Wir haben schon alle Themen miteinander diskutiert, wir verstehen uns auch wortlos‘ sind nur Ausflüchte, Worthülsen und haben bei älteren Jahrgängen schon einmal gar keinen Wert, im Gegenteil! Beobachten Sie doch einmal selbst in einem Café oder Restaurant alte Ehepaare, ältere Paare und wie diese miteinander umgehen und kommunizieren.

Da ist das eine ältere Ehepaar, das sich während des Kaffeetrinkens anschweigt und die Ehefrau höchstens ihrem Mann irgendwann herüber zischt: ‚Du bist ja mal wieder schnell fertig‘. Im Gegensatz dazu das andere händchenhaltende steinalte Paar – sicherlich beide schon an die 85 Jahre alt –, die während des Kaffeetrinkens die ganze Zeit miteinander plaudern. Er streichelt ihr dabei wiederholt zärtlich über die Hand, sie blickt ihn dafür liebevoll an. Was glauben Sie, bei welchem Paar die Kommunikation stimmt und was glauben Sie, welches der beiden Paare ein harmonisches Sexualleben miteinander führt.

Sollten Ihnen oder Ihrem Partner also eine dieser Standard-Ausreden über die Lippen kommen, sollten Sie hellhörig und aufmerksam werden. Und das besonders wenn das gemeinsame Liebesleben zu wünschen übrig lässt, es in Bezug hierauf zu Schwierigkeiten kommt oder es möglicherweise gar kein gemeinsames Liebesleben mehr gibt...

Fangen Sie also wieder an miteinander zu sprechen! Auch wenn es spät ist. Doch lieber später als nie. Denn besonders das Thema „SEX“ ist immer ein Thema, für das man nie zu alt sein kann! Und Fremdgänger gibt es auch noch mit 90.

Auch wenn es Ihnen merkwürdig erscheint, da früher ja alles einfach so funktionierte, nur so klappte. Ja, früher hat man auch schon einmal den einen oder andern Witz in puncto Sex losgelassen. Besonders in geselligen Runden wurden gute sexy Witze erzählt. ‚Doch jetzt nach den Wechseljahren ist doch wirklich alles anders‘, werden Sie vielleicht sagen.

Überlegen Sie einmal: Wie war es früher, zu Beginn Ihres gemeinsamen Sexuallebens, in der sogenannten Flitterwochenphase. In dieser Zeit haben Sie Ihren Partnern oder Ihre Partnerin richtig kennengelernt, den Körper, sexuelle Vorlieben und Grenzen des anderen, aber auch des eigenen Körpers. Außerdem haben Sie sich als Paar auch in sexueller Hinsicht gemeinsam weiterentwickelt. Das hundertste Mal war sicherlich auch bei Ihnen anders wie das erste oder das zehnte Mal.

Nun ist das Problem, dass man meint, nach 20 Jahren den anderen so gut zu kennen, dass Kommunikation im Schlafzimmer überflüssig ist. Doch die Sexualität des Menschen, sei es bei FRAU oder MANN, ist keine statische Angelegenheit, nach dem Motto: einmal so immer so. Nein, unsere Sexualität verändert sich im Leben mehrmals und immer wieder. Eigentlich handelt es sich bei der menschlichen Sexualität um eine kontinuierliche Entwicklung.

Auf der einen Seite durchläuft unser Körper verschiedene hormonelle und dadurch bedingt verschieden sexuell geprägte Phasen. Auf der anderen Seite sind auch Sie sicher neugierig auf Anderes, auf Neues geworden und fühlten sich sogar irgendwann bereit etwas auszuprobieren, das früher für Sie selbst vielleicht nicht in Frage gekommen ist. Heute genießen Sie möglicherweise bestimmte Stellungen nicht mehr so wie damals – sei es rein empfindungsmäßig oder bedingt durch körperliche Veränderungen/Einschränkungen - oder haben gar Schwierigkeiten überhaupt zur Erregung zu kommen. Das Gesprächsthema „SEX“ ist also nie abgehakt!

Ab dem Alter 45plus ändert sich der Frauenkörper drastisch. Mehr zu den Wechseljahren und der Menopause der Frau finden Sie >>hier
Auch Männerkörper ändern sich zu dieser Zeit und schütten weniger Testosteron aus. Diese körperlichen Veränderungen haben enorme Auswirkungen auf das Sexualverhalten. Grade dann also ist es besonders
wichtig, mit seinem Gegenüber zu kommunizieren.

Hemmungen, Scham, Ängste

Wenn Sie sich in einer langjährigen Beziehung befinden und Sie sich mit Ihrer besseren Hälfte eingespielt haben, kostet es oft Überwindung die sexuellen Belange Ihrer Beziehung wieder anzusprechen. Für die längste Zeit waren Sie so gut aufeinander eingespielt, dass die konkrete Besprechung der gemeinsamen Sexualität nicht zwingend notwendig war. Doch wenn sich der Körper verändert, wenn hormonelle Veränderungen beispielsweise die eigene Libido nachteilig beeinflusst haben, besonders dann wird es doch notwendig, das Gespräch mit dem Partner zu suchen und das, obwohl es gerade dann gerne schwierig wird, ein solches Gespräch zu beginnen.

Viele fürchten sich davor, den Anderen zu verletzen oder dass die Veränderung des eigenen Körpers oder die sexuellen Vorlieben den Partner oder die Partnerin empören oder beleidigen könnten. Man hat Angst zu verletzen und die Beziehung aufs Spiel zu setzen. Es ist ja nur Sex…

Thomas ist seit 15 Jahren mit Marianne verheiratet. Ihre Beziehung war immer sehr harmonisch und auch sexuell haben sie sich gut aufeinander eingestellt. Doch seit Marianne in den Wechseljahren ist, hat sie nicht mehr so oft Lust auf Sex mit Thomas und wenn sie miteinander schlafen, hat Thomas das Gefühl, er könne sie nicht mehr befriedigen. In seiner Männlichkeit gekränkt und sexuell frustriert sucht Thomas sich jemanden, dem er sich anvertrauen kann und bei dem er sein sexuelles Verlangen ausleben kann. Kurz gesagt: Er besucht ein Bordell.
Erst nachdem Marianne ihn dabei erwischt hat, kommt es glücklicherweise zu einem offenen Gespräch über das gemeinsame Sexleben. Marianne gesteht, dass sie Schmerzen beim Sex hatte, weil sie nicht mehr so feucht wurde wie früher. Daraufhin informiert sich Thomas und gibt sich Mühe, mit der Hilfe von gemeinsamen Gesprächen Marianne im Bett wieder glücklich zu machen.

Die Angst mit dem Partner über das Sexualleben, über Befürchtungen und Vorlieben zu sprechen, kann Beziehungen zerstören. Mangelnde Vertrautheit, Verdrängen, zu wenig bis keine Information über Sex schlechthin, Vorurteile gegen ein Sexualleben nach beispielsweise 20jähriger Beziehung oder ein Sexualleben im Alter verstärken rasch persönliche Ängste. Ängste, die FRAU oder MANN haben kann, offen über Sex in der bestehenden Beziehung zu sprechen. Alltägliche Probleme, Hemmungen und auch Schmerzen oder Versagensangst beim Coitus dämmen das Verlangen ein.

Erfahrungsgemäß bedarf es erst einmal viel Mut, diesen Schritt zu einem offenen Gespräch zu tun. Doch Sie werden sehen, dass Sie durch Offenheit und Gesprächsbereitschaft, Ihre Beziehung vor dem Scheitern präventiv schützen können. Oft, besonders wenn große Hemmungen, offen zu reden, bestehen und man nicht redet, kommt es daher gerne zu Seitensprüngen, zu Affären. Der Partner, der seine Sexualität glaubt, in der gemeinsamen Beziehung nicht mehr ausleben zu können, sucht jemanden, bei dem er keine Angst hat, aufgrund seines starken Sexualtriebes und Verlangens nach Sex, verurteilt zu werden. Er/sie sucht jemanden der ohne viel Aufhebens und ohne gemeinsame Geschichte, auf einen eingeht, bei dem er oder sie die eigene Sexualität ausleben kann.

Versuchen Sie daher, sich Ihrer gemeinsamen Situation bewusst zu werden, damit Ihnen viel Kummer und Leid erspart bleiben kann, wenn Sie sich bemühen, auch das Thema SEX anzusprechen. Wenn Sie sich bemühen, gerade in puncto gemeinsame Sexualität offen und ehrlich miteinander zu sprechen, finden Sie auf diesem Wege auch wieder zurück zu einer gemeinsamen Vertrautheit. Versuchen Sie, auf Ihre/en Lebensgefährtin/en einzugehen. Selbst wenn es um kein konkretes Problem geht. Es ist wichtig, sich mit seinem Partner auszutauschen und besonders in Bezug auf ein gemeinsames Liebesleben.

Hier sind ein Paar Vorschläge zu Gesprächsthemen, die essentiell für eine gute Kommunikation in einer Liebesbeziehung sind:

Thema 1: Erotische Gespräche zur Anregung oder Vorspiel

Machen Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin eine Zeit aus, in der Sie über erotische Themen sprechen. Beispielsweise über Bücher, Zeitungsartikel, Filme, Bilder … Dies eignet sich nicht nur hervorragend als Vorspiel und erotisches Geplänkel, sondern kann auch im Alltag sehr informativ und anregend sein. Gleichzeitig entwickelt sich dabei eine erotische Stimmung, so dass Lust und Verlangen das Liebesspiel positiv unterstützen.

Vielleicht können Sie sich vorstellen, bereits morgens während des Frühstücks über ein erotisches, ein sexuelles Thema zu sprechen. Wie schon gesagt: Das regt den Geist und die erotische Stimmung an. So haben Sie den ganzen Tag Zeit, sich über das eine oder andere Thema Gedanken zu machen und sich zu hinterfragen, wie eine mögliche Fantasie umsetzbar sei.

Das gemeinsame Gespräch über ein erotisches Thema pflegt zudem die Vertrautheit, die Intimität und trägt letztlich zu einem besseren Verständnis des Sexualpartners bei. Einfühlsamkeit und Ehrlichkeit haben hierbei natürlich oberste Priorität. Eine falsche Scham wäre hierbei völlig fehl am Platz.

Thema 2: Veränderung der Vorlieben

Wenn sich der Körper verändert, verändern sich oft auch geistige Haltungen. Dinge, die für Sie früher tabu waren, finden Sie jetzt vielleicht interessant und würden es gerne ausprobieren, von Oralsex bis zu Sex an einem ungewöhnlichen Ort. Suchen Sie geschickt das Gespräch. Sicherlich hat Ihr Partner oder Ihre Partnerin auch Dinge, die er oder sie gerne einmal ausprobieren möchte. Bedenken Sie, dass Sexualität nicht statisch ist und sich immer weiterentwickelt und verändert. Was Sie mit 25 Jahren als sexuell stimulierend empfanden, entspricht heute vielleicht nicht mehr Ihrer Vorstellung von gutem Sex. Deswegen sollten Sie auch auf Ihre Partnerin oder Ihren Partner eingehen und herausfinden, was ihn oder sie heute erregt oder neugierig macht.

Thema 3: Veränderung des Körpers

Wie Marianne es schon eher hätte tun sollen, teilen Sie Ihrem Partner mit, wenn sich etwas körperlich bei Ihnen verändert und sprechen Sie auch die Änderung des Körpers Ihrer Partnerin oder Partners an. So können Sie sich den Frust und den Schmerz ersparen, den Thomas und Marianne in ihrer Beziehung erlebten. Informieren Sie sich über die Wechseljahre bei der Frau und der Problematik der Erektionsschwäche beim Mann und stellen Sie sich gemeinsam den Problemen, die diese Zeit und auch die Zeit danach mit sich bringen.

Thema 4: Über den letzten Geschlechtsakt reden, was einem besonders und was einem weniger gut gefallen hat

Wie nachdem Sie gemeinsam einen Film angesehen haben, können Sie auch das letzte sexuelle Erlebnis im Nachhinein besprechen. Was gefiel Ihnen gut? Was hat Ihnen nicht so gut gefallen? Worauf haben Sie das nächste Mal Lust? Leiten Sie vielleicht Ihre Fragen und Bemerkungen dazu ein wie mit: Könnte ich mir so und so vorstellen, vielleicht probieren wir beim nächsten Mal …, lass es uns doch einmal … probieren usw. Solche Gespräche können sofort Lust auf mehr machen. Und zwar mehr vom richtigen! Sie lernen so nicht nur, was Ihrem Partner gefällt und was nicht, sondern Sie setzen sich auch mit Ihren eigenen Gefühlen und Vorlieben auseinander.

Bonusthema: Dirty Talk

Zuletzt ist der sogenannte Dirty Talk auch ein Mittel um sich auszutauschen. Das passiert vor oder während des Liebesspiels und kann für viele Menschen sehr erregend sein. Den Sex beschreiben oder seine Wünsche und lustvollen Gedanken auszusprechen kann, so wie die vorher genannten Themen, sehr aufschlussreich für beide Partner sein. Wenn Dirty Talk bisher nicht teil Ihres Liebeslebens war, ist die Hemmung natürlich erstmal sehr groß. Aber wenn beide mitspielen, können diese sexuell aufgeladenen Gespräche sehr informativ und belehrend sein. Viellicht lernen Sie so Ihre bessere Hälfte von einer ganz neuen Seite kennen.

Lesen Sie, welche 5 Fehler Ihr Sexleben zerstören können, und wie Sie diese beheben >> hier

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